Einleitung

Hier sind die besten Weine und Öle aus Verona, die die Handelskammer für Sie auswählt. Weine und Öle ist eine Kombination, die aus der Natur unserer Heimat – eines flüssigen Landes – entsteht. Die vierzehn Qualitätsweine aus bestimmten Anbaugebieten, die fünf D.O.C.G.-Weinetikette aus Verona, die zwei u.G.-Öletikette und die zahlreichen örtlichen Ölsorten kommen aus den selben Hügeln, d. h. aus den Moränenhügeln am Gardasee und aus den am Fuße der Bergkette zwischen dem See und dem östlichen Gebiet von Verona liegenden Hügeln. Die wertvollsten Anbauten des hügeligen Landes Romeos und Julias sind Weinberge und Olivenhaine.
Eine tausendjährige Tradition, die sich in ein wirtschaftliches Primat verwandelt hat: der Wein und das Öl aus Verona sind weltberühmt. Die Provinz Verona führt die Ausfuhr von Wein mit einem Anteil von 12% des italienischen Gesamtbetrags und im Jahr 2017 haben wir aus den Verkäufen ins Ausland einen Erlös von 970 Mio. Euro – 5% mehr als das vorige Jahr – erzielt. Bemerkenswert ist die Wertschätzung, die wir auf dem chinesischen Markt bekommen haben: China ist der 12. Wirtschaftspartner unserer Provinz geworden. Das Wachstum hält auch in den USA und in den europäischen Ländern an, wo die Handelskammer direkt am Standort die von Weinkundlern, Journalisten und seit diesem Jahr auch von örtlichen Gastronomen ausgewählten Weine und Öle gefördert hat.
Dieser in 4 Sprachen bestehende Führer fasst die unbestrittene und anerkannte Qualität unseres Weins zusammen, die der Förderung unseres Gebiets unauflösbar verbunden ist. Die Handelskammer nimmt dann an dem Netz der Großen Weinhauptstädte, der zehn größten zum önologischen Tourismus gewidmeten Gebiete, teil. Anlässlich des Mid Term Meeting – des üblichen Halbjahrestreffen des Netzes – organisiert dieses Jahr die Handelskammer die Verona Wine Days: drei Tage, die der Förderung der Keller von Verona und des internationalen Tourismus gewidmet werden. Beauftragte der zehn Weingebiete, aber auch nationale und internationale Journalisten und Blogger werden anwesend sein.
Dieser Führer wird um die Welt reisen. Der Wunsch ist, dass er den Leser nicht nur zum Verkosten unserer Weine und Öle aber auch zur Besichtigung unseres Landes bewege.

Giuseppe Riello, Präsident der Handelskammer von Verona

 

Prasentation

Foto Veronika Crecelius

Sich zu Hause fühlen von Veronika Crecelius

 

Der Grund, weil ich jede Gelegenheit wahrnehme, nach Verona zu fahren, ist, dass ich mich hier zu Hause, vollkommen wohl fühle. Nicht nur wegen der unbestrittenen Schönheit der Landschaften, der Anmut und des Charmes der Stadt selbst; aber vielmehr wegen einer Art natürlicher Übereinstimmung mit den Einwohnern der Provinz Verona, fast einer Komplizenschaft, die ich nachdrücklich wahrnehme, trotz ich eine Ausländerin bin. Als Grundlage dieser Empathie steht der Wein, der unseren Gemeinsinn – so hätte ein Philosoph meines Landes namens Immanuel Kant diesen „Sinn, den wir [die Veroneser und ich] gemeinsam haben“ genannt – nährt. Der Wein ist Teil unseres Lebens, er belebt seine bedeutendsten Knoten, seine Wichtigkeit spielt eine Identitätsrolle. Ich habe noch keine Leute in der Provinz Verona kennen gelernt, die keinen Zusammenhang mit der Welt des Wein hätten; sogar die abstinente Eigentümerin der Wohnung, die ich anlässlich des letzten Vinitaly gemietet habe, konnte mit Stolz über Amarone und Soave reden, und am Abend nahm sie aufgetakelt an den Ereignissen von „Vinitaly and the City“ teil.
Mein Verhältnis mit den Weinen der Provinz Verona stützt sich auf fast 15 Jahre von Besuchen von Weinbergen und Betrieben, Unterhaltungen und Lachen mit Weinbauern und Abfüllern, Meinungsaustausch mit den verschiedenen Vertretern der Weinnamen, mit den Konsortien und mit den Genossenschaftskellereien.

In meinen Artikeln für Weinwirtschaft und für andere Zeitungen habe ich weit und breit eures wunderbare önologische Repertoire schriftlich erforscht, und die Verbindung wurde im Laufe der Jahre tiefer und stärker dank der Möglichkeit, die Weine aus Verona probieren anlässlich von Messen – Prowein in erster Linie – probieren zu lassen, um sie einem deutschen Publikum zu erzählen.
Natürlich spielt auch meine Herkunft eine wichtige Rolle in diesem Verhältnis. Deutschland importiert Wein aus Verona mehr als jedes andere Land auf der Welt und das geschieht seit lang, als die Einfuhren noch kontingentiert waren. Die Deutschen trinken zum Beispiel mehr als 40% der Gesamtproduktion des Weins Lugana, und nicht nur während ihrer Urlaube am Gardasee. Auch als ich auf den Straßen von Verona laufe, oder als ich in einem Hotel von Soave frühstücke, wird ich oft von dem Echo meiner Muttersprache erreicht. Und immer, wenn es passt, fühle ich mich ein bisschen gequält: stolz, weil meine Landsleute solche Feinschmecker sind, aber nicht ohne eine gewisse Verlegenheit wegen des negativen Klischees, das die Wähle zum Sparen der durchschnittlichen deutschen Menschen begleitet. Auch in diese Richtung denke ich jedenfalls, dass wir viele Fortschritte gemacht haben: trotz vielen bekanntlich sparsamen und vorsichtigen Deutschen treten heute auf den italienischen Markt auch viele bewussteren Verbraucher ein, die bereit sind, einen richtigen Preis den mehreren Weinen aus Verona zu gewähren, die eine zusätzliche Aufmerksamkeit verdienen.
Verona Wine Top hat mir eine einzigartige Erfahrung geschenkt. Ich konnte mich nie im Leben in eine so komplexe, fesselnd und gefleckte Degustation aller Weinnamen der Provinz Verona vertiefen. Ich hatte nie im Leben 156 Weine vor meiner Nase, die sich alle schon als Gewinner vorstellten. Mit dieser beeindruckenden Nummer hat die Fassung des Wettbewerbes Verona Wine Top vom Jahr 2018 nicht nur einen neuen Rekord aufgestellt, aber auch das Wachstum der durchschnittlichen Qualität in all der Weinnamen der Provinz gezeigt. Sie sind im Charakter überaus unterschiedliche, trotzdem tief komplementäre und insgesamt gut vermischte Weine.
Der Soave, welcher nicht nur die 33 geographischen Einheiten aber auch – erster in Italien – seine Kandidatur GIAHS-FAO aufgestellt hat, hat Gewinner vorgeschlagen, die echt die tiefen Unterschiede unter den Weinbetrieben bis zum Ende verkörpern: von dem kleinen puristischen und coolen Erzeuger, der auf seinem basaltischen Feld handwerklich arbeitet, bis zu den Genossenschaften mit einem klugen technologischen Know-how, die den Fragen des Markts wirksam antworten können, ohne die Identität der Typologie zu verfälschen. Der Custoza scheint mit seiner oft zitronigen Frische, aus dem Schatten zu treten und eine angemessenere Bekanntheit einzunehmen. Der würzige Lugana besitzt neben einem blühenden Markt viele Ausdrucksmittel, mehr und mehr befreit er sich von denjenigen leicht schmeichlerischen Restzuckergehalten, die bisweilen seinen Ruf benachteiligten. Der Valdadige, mit seinen klaren und der Eigentümlichkeit der Weinreben treuen Weißweinen. Die Leistung des Chiaretto, der eine neue Energie dem Gebiet des Bardolino erteilt. Neugierig machen die balsamischen Bordeauxweine von Arcole und die seltene QbA Merlara; im Bereich des Sekts verdient aber eine besondere Tribüne der Durello, der unter den Gewinnern des Verona Wine Top eine Sonderklasse von Weltrang, eine Sorte Hans Peter Briegel der klassischen Methode aufgestellt hat. Für den Sekt dieser einzigartigen Weinrebe, der seit Jahrhunderten seinen idealen Lebensraum an den vulkanischen Hängen der Lessini-Gebirge findet, wurde kürzlich eine weitblickende Wahl bestätigt: das QbA-Etikett unterscheidet jetzt zwischen dem durch die Methode Martinotti erzeugten Durello (von jetzt an: Lessini Durello) und demjenigen, der durch die Klassische Methode erzeugt wird (Monti Lessini).

Last but not least, lässt der Valpolicella all sein Gewicht in Bezug auf Qualität und Menge abwägen und er schlägt fesselnde Überraschungen bezüglich der Etikette des Ripasso, auch biologisch, sowie unter denjenigen des Valpolicella Classico mit viel Stärke und Saftigkeit vor, bevor er all den aristokratischen Tenor der alten Jahre des Amarone zeige. Nie zu vergessen ist natürlich auch der Recioto, sowohl die Weißweine Soave wie auch die Rotweine Valpolicella, weil sie die große Vorführung der Weine aus Verona mit allumfassender und großartiger Naschhaftigkeit schließen.
Fragen Sie mich dann noch ernstlich, warum ich in Verona zu Hause fühle?